Nachhaltiges Bauen – was steckt dahinter?

Gebäude sind unsere wohl langlebigsten Wirtschaftsgüter Jeder Bauherr strebt möglichst sinnvolle und anlagesichere Investitionen an.

Ökologisch unbedenkliche Materialien sichern Komfort und Aufenthaltsqualität, eine energiesparende und wartungsfreundliche Bauweise gewährleistet eine günstige Nutzung.                      Aber auch Überlegungen zum demographischen Wandel oder der Ressourcenverknappung drängen in den Vordergrund.

So erhält ein alter Begriff neue Bedeutung beim Planen und Bauen: „die Nachhaltigkeit“

Nachhaltig bauen heißt, Umweltaspekte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen, um nachfolgenden Generationen ein intaktes ökologisches, kulturelles und ökonomisches Gefüge zu hinterlassen.

Diese ganzheitliche Betrachtungsweise hat und wird den Baubereich stark verändern.

In der Zukunft wird der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes vom Grundstein bis zum Abbruch gleichermaßen zu berücksichtigt sein.

Ausgangspunkt ist die Planungsphase.                                                                                                                                  In ihr fallen wesentliche Entscheidungen über die Qualität des Gebäudes.

Die Instandhaltung- und Modernisierungsphase, die Umnutzung-oder Erweiterungsphase sowie gegen Ende der Rückbau und das Recycling vervollständigen den Kreislauf.

Aspekte der Nachhaltigkeit bringen erhöhte Anforderungen an die Planung mit sich. Nachhaltigkeit und architektonische Qualität sind kein Widerspruch.       Im Gegenteil: Kernkompetenz von Planern der verschiedenen Fachrichtungen ist es, beide Aspekte in Einklang zu bringen.  Gute Gestaltung ist wesentlicher Bestandteil nachhaltigen Bauens.

Komfort und funktionale Qualität sichern die langfristige Nutzung, den dauerhaften Betrieb und damit die Wertstabilität.

Klug gewählte Materialien haben auch nach Jahrzehnten noch Bestand.

Ein flexibel geplanter Grundriss mit intelligentem Raumzuschnitt lässt sich mit wenigem Aufwand an andere Nutzerwünsche anpassen. Barrieren sind zu vermeiden und kurzlebige Moden sind auszusparen.

Zukunftsfähiges Bauen betrifft auch unser Gebäudebestand. Schwerpunkte liegen dort sicher auf der energetischen Ertüchtigung und der Anpassung für neue Funktionen und Nutzungen.                            Die gebaute Umwelt unserer Städte und Gemeinden stellt vielfach auch einen hohen kulturellen Wert dar, den es zu bewahren gilt.

Städtebau – der große Zusammenhang                                    Wie kann eine Stadt nachhaltig sein?                                                        Städte befinden sich in einem steten Wandel. Deshalb sprechen wir von der „funktionellen Stadt“ welche die vier Funktionen Wohnen, Arbeit, Erholung und Verkehr zu erfüllen hat.

In der Vergangenheit setzte man auf mögliche Trennung dieser Bereiche. Um den Wandel von Demographie, Klima und globalen ökonomischen Stadtstrukturen bewältigen zu können, soll nun Wohnen, Arbeit, Freizeit und Erholung wieder stärker vermischt werden.                                                              Für die Idee einer nachhaltigen Stadt, die soziale, ökonomische und ökologische Anforderungen optimal miteinander verbindet, werden Konzepte für die Stadt der kurzen Wege entwickelt sowie neue Strategien zur regenerativen Energieversorgung.

Kompakte Städte sind gut, sie haben aber auch Nebenwirkungen.

Die steigende Bevölkerung- und Bebauungsdichte verursacht höhere Temperaturen als im Umland. Starkregen hat in den Städten zunehmend gravierendere Folgen als außerhalb.                                        Es ist darauf zu achten so wenig Flächen wie möglich zu versiegeln und Korridore für die Durchlüftung zu sichern.                                                  Mit Durchgrünung wird in der Stadt Hitze gemildert, zudem gewährleistet ein höherer Grünanteil eine verbesserte Luftqualität.

Durchgrünung und Revitalisierung.

Dem massiven Flächenverbrauch der Vergangenheit steht zunehmend Umwidmung entgegen. Auf nicht mehr gebrauchten Gewerbearealen oder aufgelassenen Flächen ehemals militärischer Nutzung entstehen neue Quartiere mitten in der Stadt– Zum Wohnen, Arbeiten, für den Handel und mit Freizeitangeboten.

Wie kaum ein anderes Aufgabenfeld verbindet die Revitalisierung von Brachflächen die drei Komponenten der Nachhaltigkeit:

  • die ökologische – zusätzliche Flächenverbrauch wird verhindert
  • die ökonomische – für die attraktiven innerstädtischen Flächen fallen meist geringere Erschließungskosten an, was die Ansiedlung von Investoren befördert
  • die soziale – Projekte der Revitalisierung werden mit Maßnahmen zur Arbeitsförderung und Arbeitsqualifizierung kombiniert, darüber hinaus können realisierte Projekte die soziale und historische Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt oder Region stärken.

Energie – plus Energie-Energie sparen-Energieverbrauch im Lebenszyklus.

Bei der Nutzung eines Gebäudes wird Energie für Raumwärme und Warmwasser, aber auch zur Kühlung benötigt. Durch sorgfältige und intelligente Planung lässt sich dabei viel Energie sparen. So reduziert eine kompakte Form des Baukörpers die Außenfläche des Gebäudes, über die Wärme abgegeben werden kann. Außerdem hält eine gut dämmernde und dazu luftdichte Gebäudehülle im Winter die Kälte und im Sommer die Hitze draußen.

Eine Lüftungsanlage, ob mit oder ohne Wärmerückgewinnung, senkt nicht nur den Energieverbrauch, sondern sorgt auch für saubere und frische Luft.

Zur Sonne ausgerichtete Fensterflächen nutzen im Winter die Solarenergie zur Raumheizung, im Sommer verhindert ein geeigneter Sonnenschutz übermäßige Erwärmung.

Gute Planung sorgt für eine gute Organisation des Grundrisses, eine entsprechende Orientierung des Gebäudes auf dem Grundstück und passt es der Topographie an.

Zu einer nachhaltigen Planung gehört auch die zum Gebäude passende technische Ausstattung:

Sonnenkollektoren sorgen für warmes Wasser, das sowohl als Trinkwasser als auch zur Heizung Unterstützung dient.                                                                              Als sogenannt de Bauteilaktivierung macht Wasser, das im Rohrsystem durch massive Betondecken geleitet wird, die Decken im Winter zu Heiz-und im Sommer zu Kühlflächen.

Auch im Erdreich schlummern Potenziale. So nutzen Wärmepumpensysteme die dort vorhandene Temperatur und können dabei energieeffizient durch Solarstrom betrieben werden, der wiederum über die Photovoltaikanlage am Gebäude erzeugt wird.

Zum energieeffizienten Bauen gehören aber weit mehr Aspekte als nur das Dichten und Dämmen.

Im gesamten Lebenszyklus verbraucht ein Gebäude nicht nur während der Nutzung, sondern auch bei der Herstellung sowie bei Rückbau und Entsorgung Energie.

Nachhaltiges Bauen beginnt bereits bei der Überlegung, ein altes Haus zu sanieren statt einen Neubau zu erstellen.
In einem nach heutigem Energiesparstandard neu gebauten Gebäude steckt durch die Herstellung bereits ungefähr so viel Energie, wie in den nächsten 40-50 Jahren bei der Nutzung verbraucht wird.

Zukunftsfähige Gebäude sind aus architektonischer Sicht optimiert und benötigen nur sehr wenig Energie, die wiederum aus regenerativen Quellen stammt.

Die beim Bau oder der Sanierung eingesetzten Materialien sind auf lange Sicht gesundheitsverträglich.

Baustoffe – wir haben die Wahl: Gesundheit und Komfort.

Ein weiterer Aspekt der Nachhaltigkeit ist die Wahl der Baustoffe, mit denen wir unsere Häuser und Städte bauen, inklusive der Materialien, die bei der Ausstattung und Möblierung der Innenräume zum Einsatz kommen.

Schon mit der Bauaufgabe – ob Neubau, Modernisierung eines Altbaus oder Denkmalpflege – werden Weichen für die Baustoffwahl gestellt.

Natürlich müssen Materialien zunächst allen technisch-funktionalen Anforderungen wie:

Brand-und Schall-, Wärme-und Feuchte-Schutz genügen.

Nicht zuletzt bestimmt gestalterische Belange wie das visuelle Erscheinungsbild die Baustoffe.

Darüber hinaus gilt es jedoch unserer Aufmerksamkeit auch auf die „unsichtbaren“ Eigenschaften und Wirkungen der Materialien zu lenken. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Baustoffen sollte heutzutage Standard sein.

Es gibt nach wie vor Problemstoffe. Die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Unser Bewusstsein um Schadstoffe ist gewachsen und in der Folge wurde die Informationspflicht auf Seiten der Hersteller verschärft.

Viele weitere Werkstoffeigenschaften wie beispielsweise die Aufnahmefähigkeit von Wasserdampf oder die Wärmespeicherkapazität einer Wand haben einen großen Einfluss auf die Behaglichkeit und den Komfort in Innenräumen.

Graue Energie und Umweltverträglichkeit.

Die in einem Stoff gebundene sogenannten Graue Energie, die für Herstellung, Transport, Lagerung und Entsorgung benötigt wird, findet inzwischen vermehrt Beachtung im Bauwesen.

Beim Ansatz von Naturbaustoffen oder nachwachsenden Rohstoffen ist die Energiebilanz in der Regel nicht wesentlich günstiger als bei Produkten auf Erdöl-und Kunststoffbasis. Auch andere negative Umwelt ein Wirkungen wie Emissionen von Gasen, Lösungsmitteln usw. reduzieren sich durch eine bewusste Baustoffwahl..

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der gesamte Materialkreislauf – von der Herstellung über Unterhalt und Pflege bis zur Entsorgung. Sofern Material ohne großen Pflegeaufwand langlebig ist, lässt sich ein zunächst höherer Investitionsaufwand bei der Bestellung rechtfertigen.

Im besten Fall sind Materialen gut trennbar, wiederverwertbar oder recycelfähig.

Recycling – Ressourcen schonen und umnutzen

durch Umnutzung und Sanierung lassen sich Bestandsbauten häufig an heutige Bedürfnisse anpassen. Dabei kommt der Primärstruktur, also den konstruktiv tragenden Bauteilen, besondere Bedeutung zu. Wenn diese intakt sind und Flexibilität für neue Raumeinteilungen bieten, lohnt die funktionale und haustechnische Aufwertung.                                                                                              Die Oberflächen lassen sich mit relativ geringem Aufwand anpassen. Daraus folgt, dass umbauen, weiterbauen oder sanieren energetisch deutlich sparsamer ist als Abbruch und Neubau; vorhandene alt Bausubstanz zu nutzen bedeutet somit Nachhaltigkeit par Exzellenz.

Die heute übliche Bauweise ist nicht Ressourcen schonend: in den Wänden verlaufen Kabel und Rohre, Dämmstoffe werden eingelegt oder aufgeklebt und das Ganze dann verputzt.                                       Diese zusammenhängenden Bauteile sind „Verbundstoffe“, die sich nicht mehr sinnvoll trennen lassen, sondern als Sondermüll teuer entsorgt werden müssen.

Dabei wäre bei vorausschauender Planung eine spätere Trennung der Einzelteile durchaus möglich. Wenn Leitungen in Schächten, Vorsatzschalen oder auf den Wänden verlegt würden, könnten diese „Rohstoffe“ wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden.

Was darf es kosten?

Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet auch, ökonomische Folgen von Entscheidungen in einem vertretbaren Maß zu halten.                                                                                                                                                             Ob Infrastruktur, Gebäude oder Produkt, alles was wir nutzen, verursacht Kosten.

Dabei ist zu unterscheiden zwischen den

  • Kosten für die Herstellung
  • Kosten während der Nutzerphase
  • Kosten für die Entsorgung.

Grundsätzlich sollten Kostenbetrachtungen alle Ausgaben einbeziehen, sofern diese belegbar sind. Man unterscheidet daher auch zwischen externen und internen Kosten.

So kann die Entscheidung für einen Standort Infrastrukturkosten zum Beispiel für den öffentlichen Nahverkehr nach sich ziehen, die nicht durch den Bauherrn des geplanten Objekts getragen werden.                                                                                                                                                                       Für Gebäude können Kapitalkosten, aber auch Einnahmen wie Miete berücksichtigt werden.

Gerade die Investitionen unsere gebaute Umwelt sind langfristige Anlagen.

Deshalb ist es erforderlich dass auch die Folgekosten in die Planung mit einbezogen werden um ein Bild der Gesamtwirtschaftlichkeit zu erhalten.

Die Kosten für regelmäßig stattfindende Maßnahmen zur Instandbesetzung basieren auf Zyklen die entsprechend darzustellen sind. Grundsätzlich können langlebige Bauprodukt und Materialien die Lebenszykluskosten senken. Die Dauer der rechnerisch zugrunde gelegten Nutzungsdauer muss vereinbart werden. Zur Bewertung werden 30 oder 70 +/- 10 Jahre angenommen.

Mit der Barwertmethode werden Kosten, die in der Zukunft entstehen, unter Berücksichtigung von Preissteigerung, Kapitalzinsen auf einen festgelegten Bewertungszeitpunkt errechnet.                                   Die Summe der Herstellungskosten und der so für alle Nutzungsjahre ermittelten Kosten bilden dann den sogenannten Barwert einer Baumaßnahme.

Nach der Nutzerphase entstehen weitere Kosten beispielsweise

  • für den Abbruch
  • die Entsorgung
  • die Wiederaufbereitung

von Bauteilen.

Mangels verfügbarer griffiger Daten sind sie augenblicklich schwer zu ermitteln. Dennoch ist ihre Bedeutung nicht zu unterschätzen.

Barrierefrei – vorausschauend und flexibel

die gleichberechtigte Teilnahme und das gemeinsame Leben von Personen mit und ohne Behinderung, aber auch die Selbstständigkeit im Alter so lange wie möglich zu erhalten, ist der Wunsch vieler Menschen.

Deshalb gilt es bauliche Lösung zu finden, die flexibel und dynamisch auf allgemeine Anforderungen, persönliche Fähigkeiten und individuelle Wünsche eingehen.

Barrierefreiheit ist keine Sonderform des Bauens. Selbstbestimmtes Wohnen zu Hause, innovative Wohnformen für das Alter, soziokulturelle Vielfalt in den Quartieren, Arbeitsstätten, die auch für die zunehmend älteren Menschen passen, zeitgemäße Betreuung und Bildungseinrichtungen, die Infrastruktur in den Kommunen…

lauter Bereiche, die ohne barrierefreie Ausführungen heute nicht mehr denkbar sind.

Planer überprüfen das bauliche Vorhaben von Planungsbeginn bis Bau Fertigstellung:

  • Taugt es für einen flexiblen Gebrauch?
  • Orientiert es sich am Benutzer?
  • Sind bedienen Funktionen intuitiv verständlich?

Entsprechend die Bewegungsabläufe ergonomischen Anforderungen, sind sie komfortabel?

Die Planungsgrundlage des barrierefreien Bauens beschreiben, wie diese Ziele zu erreichen sind.

Die darin enthaltenen Kriterien beziehen sich auf Bewegung- und Stell- Flächen, auf die äußere und innere Erschließung eines Gebäudes. Auf Aufzüge, Treppen oder Rampen, auf Bauteile wie Bodenbeläge oder Türen, auf Bedienelemente, Ausstattung und bauliche Lösungen für die Sinneswahrnehmung zur Orientierung, Information oder Warnung.

Eine barrierefrei gestaltete Umwelt lässt sich von allen Menschen, ob jung oder alt, mit oder ohne Behinderung – und sei es nur eine temporäre, wie zum Beispiel durch Kinderwagen oder Gepäck – gleichermaßen gut nutzen.

Gerade im Alter ist mit Einschränkung der persönlichen Mobilität oder der Sinneswahrnehmung zu rechnen. Ein präventiv barrierefrei gestaltetes Gebäude lässt sich einfach und ohne großen baulichen Aufwand mit Griffsystemen, Liften oder technischen Hilfen an den individuellen Bedarf anpassen.

Aber auch schon eine Reduktion von Barrieren, beispielsweise im Rahmen einer Altbaumodernisierung, kann erheblich zur flexiblen langfristige Nutzung beitragen.

Flächenverbrauch und Versiegelung

nachhaltiges Bauen verfolgt das Ziel, die Fläche von Natur-, Siedlung-  und Verkehrs- Räumen in Einklang zu halten und die natürlichen Bodenfunktionen wie Wasserversickerung, Lebensraum für Fauna und Flora und die Freiraumqualität zu schützen.

Es gilt den steigenden Flächenverbrauch für Bauen, Wohnen und Verkehr einzuschränken und sparsam mit unseren Naturräumen umzugehen.

Bei der Entwicklung neuer Siedlungsgebiete müssen verstärkt flächensparende Bebauungsformen zum Tragen kommen und auch für neue Gewerbegebiete gilt als Leitgedanke: Revitalisierung vor Naturverbrauch.

Entsprechend muss ein besonderes Augenmerk auf dem Thema „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ liegen – auf der städtischen nach Verdichtung, Nutzung von Brachflächen Umnutzung von Gebäuden.

Nachverdichtung

besonders ressourcenschonend und wertstabil ist der Erhalt von vorhandenem, qualitätsvollem Gebäudebestand. Durch dessen Umnutzung, Aufstockung oder dem Ausbau von Dachgeschosses können wir den Landverbrauch einschränken.

Planer wissen, wie Grundstücke geschickt auszunutzen sind und entwerfen intelligente Grundrisse von Wohn-, Verwaltung-und Gewerbe- Bauten.                                                                                                                                Auch auf kleiner Fläche können dank innovativer Planung attraktive Lösungen entstehen, die den Anteil von Verkehrsflächen innerhalb der Nutzungseinheit reduzieren, ohne deren jeweilige Qualität einzuschränken. Eine Bauweise die sich auf die Bau-und Grundstücks-Kosten günstig auswirkt. Dabei muss Dichte nicht Enge bedeutet.

Gestaltung – „die gute Form“…

Welche Gestaltung ist nachhaltig? Was der einzelne hier jeweils empfindet, gilt als persönlicher Geschmack, die Warnehmung ist sehr individuell. Im Bereich der Gestaltung des öffentlichen Raums handelt sich hier jedoch um etwas, was jeden unmittelbar betrifft.

Mit Begriffen wie klassische Gestalt, Bezüge, Proportion, goldener Schnitt versucht man zu erklären, wie gute, d.h. nachhaltige Gestaltung zu erzielen ist.                                                                                      Während andere Parameter durch Bewertungssysteme penibel beschrieben sind, gelingt dies bei der Gestaltung nicht, obwohl sie doch für alle sichtbar ist.

Über Geschmack lässt sich nicht streiten, heißt es. Denn er ist immer individuell. Vielleicht sollten wir deshalb vielmehr über die objektiv beschreibbaren Wirkung sprechen, die von Gestaltung ausgeht. Sie kann beruhigend, anregend bunt, einfach geordnet oder komplex und durcheinander sein, offen oder geschlossen erscheinen. Und wenn diese Wirkung der geplanten Nutzung des Gebäudes seiner Umgebung entspricht, dann kann man sagen, ist die Gestaltung gelungen. Dann liegt die Vermutung nahe, dass das Gebäude unter diesen Aspekten gerne genutzt und von seiner Umgebung akzeptiert wird. Und wenn dass der Fall ist, kann man von einer nachhaltigen Gestaltung sprechen.

Prozessqualität erfordert Vorausdenken

die sorgfältige Planung und Ausführung ist eine wichtige Komponente für das nachhaltige Bauen, egal ob es sich um einen Neubau, eine Modernisierung oder eine städtebauliche Maßnahme handelt.

Dabei sind im Vergleich zu bisherigen Planungsprozessen durchaus zusätzliche Aufgaben zu lösen.

Zunächst gilt es den Bedarf einer Maßnahme festzustellen. Selbst für den Bau eines Eigenheims ist vorab zu klären, ob beispielsweise nach Auszug der Kinder Teile anderweitig genutzt oder separat vermietet werden sollen. Der Bedarfsplan beschreibt also weit mehr als nur ein Raumprogramm.

Im Gewerbebau sind durch solche Unternehmensentscheidungen mit die größten  Auswirkungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit zu erwarten.

Besonders gut lassen sich die gewünschten Anforderungen über eine Nutzerbeteiligung erarbeiten, die darüber hinaus auch die Akzeptanz der Planung erhöht.                                                                                                                                                                       Eine Analyse des Grundstückes, seiner Infrastruktur und der möglichen Energieversorgung sollte ebenfalls einen möglichst frühen Zeitpunkt erfolgen.

Planen, koordinieren, prüfen, dokumentieren….

Schrittweise steht nun die Entwicklung eines integralen Konzepts an.

Dies erfolgt in Zusammenarbeit von Planern und Fachplanern für Statik, Gebäudetechnik und eventuelle weitere Spezialisten. Liegen die Konzepte zu den verschiedenen Themen wie Energie, Tageslicht und Tragwerk vor, gilt es sie zu koordinieren.

Untersuchungen zu Lebenszykluskosten können in dieser Phase helfen, die langfristig richtige Variante auszuwählen.

Auch bei der Auswahl geeigneter Firmen ist Sorgfalt geboten. Dabei ist auch zu beachten, dass nicht jede Firma dazu befähigt ist besondere handwerkliche Anforderung zu erbringen.                                         Eine kompetente Bauüberwachung kann beispielsweise Lärm, Staub und unnötige Abfälle vermeiden, was nicht nur dem Umweltschutz dient, sondern auch die Akzeptanz bei den Anwohnern eine Baustelle erhöht.

Die Ausführungsqualität zu kontrollieren ist gerade für hocheffiziente Gebäudekonzepte unabdingbar. So lässt sich zum Beispiel die Luftdichtigkeit des Gebäudes mit geringem Aufwand prüfen, wodurch man auch rechtzeitig Hinweise auf fehlerhafte Bauleistungen erhält, die im Betrieb zu unnötigen Energieverlusten Einschränkung bei der Behaglichkeit führen können.

Nach der Fertigstellung ist es sinnvoll, den späteren Nutzern eine Bedienungsanleitung für das Gebäude zu übergeben, damit sie es optimal bewirtschaften können.

Pläne Berechnungen zum Sollzustand, Wartung-und Pflegeanleitung sind nur ein Teil der erforderlichen Dokumente. Sowohl ministerielle Stellen als auch Berufsverbände stellen seit langem entsprechende Hilfsmittel wie: Gebäudebuch, Gebäudeakte, Hausakte zur Verfügung.                 Sie sollten dem jeweiligen Objekt angepasst, und den Nutzern „das Händeln“ erklärt werden.

Komplexe Gebäudetechnik benötigen eine fachmännische Justierung in den ersten Monaten des Betriebs. Die ausführenden Firmen und Planer sollten an diesem Prozess beteiligt sein .

Nachhaltiges Bauen schafft Lebensqualität

eine nachhaltig geplante und gebaute Umwelt bietet den Menschen im Alltag Lebensqualität und leistet einen oftmals unterschätzten Beitrag für das Wohlbefinden und das soziale Miteinander. Und da bauen immer eine öffentliche Angelegenheit ist, trägt jeder, der ein Haus errichtet oder eine Freifläche gestaltet, ein Stück Verantwortung für die Qualität unserer Städte.

(Der alte Spruch Eigentum verpflichtet sollte allen Beteiligten neu verdeutlicht werden)

In den Gebäuden sind es Grundrisse, Materialien, Belichtung und Belüftung, die im wesentlichen die Lebensqualität beeinflussen.

Der öffentliche Raum stellt einen wichtigen Baustein im Stadtgefüge dar, denn Plätze, Straßen und Parks dienen der Begegnung und dem Aufenthalt, bieten Raum für vielfältige Aktivitäten. Dazu müssen sie funktional sein, aber auch genauso den Ansprüchen an Komfort und Sicherheit genügen. Mit ihrer Gestaltung sollen das Bild der Stadt und deren Intensität gestärkt werden, die Erstellung-und Unterhaltskosten jedoch für die Kommunen im Rahmen bleiben.

Große, vor allem auch kleine, alltägliche Baumaßnahmen, private wie öffentliche, durch das Selbstverständnis einer Gesellschaft aus. Städte mit ihrem öffentlichen Räumen und Gebäuden müssen gleichermaßen ästhetisch und ökologisch wie auch sozial und kulturelle Belange bündeln. Nicht zuletzt gehört dazu die Berücksichtigung des demographischen Wandels – ein Bauen, das allen Generationen gerecht wird.

Intelligente Lösungen

Nachhaltiges Bauen erfordert Kreativität und unkonventionelles Denken.

Sorgfältige Bedarfsanalyse einerseits und innovative Lösungen andererseits machen ein Gebäude zukunftsfähig und wappnen es für kommende Entwicklungen. Funktion und Technik aber auch gestalterisch Kriterien gilt es mit fachmännischen Know-how zu bedienen.

So kann auch künftigen Generationen noch lebenswerter Lebensraum gesichert werden

Die Broschüre: Nachhaltiges Bauen der AK Baden-Württemberg diente als Grundlage dieser Ausführungen

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